Rezension: Maggie und die Stadt der Diebe

Maggie

und die Stadt der Diebe

 

Autor: Patrick Hertweck
Verlag: Thienemann-Esslinger
Genre: Kinder- und Jugendroman
Erschienen: Jul. 2015
Seiten: 304
Ausgabe: Gebunden

 

 

Inhalt: New York, 1870. Kalt und düster ist es in den Slums von Manhattan. Ziellos irrt Maggie durch schmutzige Gassen voller Bettler. Sie ist heilfroh, als sie bei einer Bande junger Diebe Unterschlupf findet. Schon bald fühlt sie sich dort wie zu Hause. Bis eine gemeinsame Diebestour sie zu einem Kirchturm führt, der schlimmste Erinnerungen in ihr wachruft. Maggie muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Doch Licht ins Dunkel kann nur einer bringen: der sagenumwobene Herrscher über die New Yorker Unterwelt.

Bewertung

Maggie ist 13 und ein Waisenkind. Sie kennt weder ihre wahren Eltern, noch ihre Herkunft. Sie weiß nur, dass sehr gefährliche Leute hinter ihr her sind. Falsche Eltern entführten sie aus Bath, dem Waisenhaus, wo sie sich sicher und beschützt fühlte. Maggie hatte schnell das Schauspiel der Beiden durchschaut und flüchtet. Sie ist eine intelligente Figur, überlegt schnell und scharf, fast schon eine kleine »Sherlock«. Sie ist auch sehr emotional und schlagfertig und lässt sich niemals unterkriegen. Hier werden besonders dem jungen Leser interessante Aspekte mit auf dem Weg gegeben, was ich absolut toll finde, da so herrlich süßlich verpackt. Es gab Momente, da hätte ich Maggie am liebsten in den Arm geschlossen und ihr leise beruhigende Worte ins Ohr geflüstert. Traurige Momente, die mein Herz zum beben brachten. Neben Maggie stach der Zwerg Goblin stark heraus. Er ist ein Trinker mit einem großen Herz, was er jedoch nicht gerne zeigt. Damals begann er einen großen Fehler und der Autor lüftet erst zum Ende hin sein großes Geheimnis und erst dann werden wir die gesamte Tragweite seiner Handlungen und Taten verstehen. Mit einem Dieb der 40 little thieves versteht sich Magie sehr gut, mit Tom. Er ist ihr bei ihren Nachforschungen behilflich und auch sonst verstehen sie sich ohne Worte. Auch er hatte eine (etwas) gruselige Vergangenheit und sinnt auf Rache. Er ahnt nicht, dass Maggie ihn direkt zu seinem Todfeind führt.

Ich gebe zu, als ich den Klappentext von Maggie gelesen hatte wollte es nicht so richtig funken zwischen uns. Durch göttliche Fügung ist mir dann ein Rezensionsexemplar in die Hände gefallen und dann, nach wenigen Seiten, war ich mittendrin im Geschehen und wusste nicht, wie mir geschah. Die engen Gassen, Maggies Flucht, die Bande und Goblin waren allesamt in meinem Kopf vertreten, vom Kopf bis zum kleinen Zeh. Solch exakt beschriebene Figuren und Orte, dass ich sie direkt vor mir sah, war mehr als faszinierend. Dieses Buch, ein Kinder- und Jugendroman, ist für Erwachsene ebenso ansprechend. Der Lesefluss ist angenehm, verständliche Sätze, aufregende Abenteuer und mitfühlende Charaktere runden dieses Buch neben dem tollen Cover perfekt ab. Ich habe es in drei Abschnitten gelesen, nein, nicht gelesen, eigentlich mehr buchstäblich verschlungen. Ich konnte und wollte mich nicht mehr davon trennen. Tagsüber machte ich mir Gedanken zu Maggie, drehte und wendete den rätselhaften Goblin, stellte mir das schwere Leben in der Unterkunft der Diebe vor, um dann Nachmittags endlich meine ständig durch das Hirn sausenden Erwägungen zu beruhigen.

Fesselnde Story mit unerwarteten Wendungen und fantastischen Charakteren, die ich so nicht erwartet hatte und mich völlig überrascht haben. Patrick Hertweck hat einen traumhaften Start mit seinem Debütroman hingelegt. Ob es eine Fortsetzung von „Maggie und die Stadt der Diebe“ geben wird, ist bisher nicht bekannt. Aber ich würde mich wahnsinnig darüber freuen. Love it! ♥

Story 5/5     Schreibstil 5/5

 

Vielen herzlichen Dank dem Autor Patrick Hertweck und Familie,
die die göttliche Fügung möglich gemacht und so dafür gesorgt haben,
dass ich die Ehre erhielt „Maggie“ zu lesen. Vielen Dank. ♥ ♥ ♥

 

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