Rezension: Aller Sünden Tod

 

Julian Fröhlich

Aller Sünden Tod

 

Autor: Julian Fröhlich · Verlag: VA-Verlag · Genre: Urban-Fantasy
Erschienen: Sep. 2015 · Seiten: 376 · Ausgabe: Taschenbuch

 

Inhalt: Von einem Tag auf den anderen gerät das Leben des erfolgreichen Managers Steffen Weiden völlig aus den Fugen. Er verliert alles: Seinen Job, seine Freundin, seine Wohnung, seinen Besitz. Völlig geschockt kämpft er dagegen an, verstrickt sich jedoch immer tiefer in Ausweglosigkeit. Das einzige, was ihm geblieben ist, ist ein seltsames altes Buch mit sieben Siegeln. Hat das womöglich etwas damit zu tun? Aber kann ein Buch wirklich für all sein Unglück verantwortlich sein? Welche dunkle Macht liegt in den Siegeln, die sich plötzlich eines nach dem anderen öffnen? Eines jedoch steht fest: Was auch immer da wirkt – es will seinen Tod. Wenn Steffen leben will, muss er es besiegen.

Bewertung

Ich habe auf der Stelle ins Buch hineingefunden. Der Leser wird umgehend mit Steffen Weiden bekannt gemacht, der später auf einen Schlag, was einem lieb und teuer ist im Leben, verliert. Er irrt in der Nacht mittellos und randalierend in der Stadt herum und wundert sich selbst über seine ausgeprägte Bereitschaft zur Gewalt. Zudem plagt ihn der kaum auszuhaltende Sextrieb, den er momentan nicht ausleben kann und sucht nach anderen Möglichkeiten, um sich zu erleichtern. Zu seinem großen Unglück landet er noch im Knast, wo er erst mal lernen muss, wie man harten Männern mit Respekt begegnet. Ich finde es toll, hier mal Einblicke in den Ablauf eines Gefängnisalltags zu erhalten, wenn auch manches etwas überzogen scheint. Dennoch hat mich die Geschichte gepackt und ich habe oft mit weit aufgerissen Augen die Zeilen verfolgt, weil mich die Story einfach brennend interessierte. Ich musste wissen, was Steffen als Nächstes tat, musste wissen, was das für ein geheimnisumwobenes Buch ist, das letztendlich für all diese Dinge verantwortlich war, und musste einfach wissen, wie die Geschichte endet. Ihr wollt wissen warum? Hier ein kurzer Auszug: „.. denn jeder, der dieses Buch mit den Siegeln besaß, musste aus freiem Willen die Sieben Todsünden begehen.“ Das allein klingt höchst brisant! So brisant und dynamisch, wie die Geschichte selbst.

Ich war ehrlich überrascht, welches Thema der Herr Fröhlich hier aufgreift. Die Sieben Todsünden wurden hier exzellent in einem fesselnden Buch verpackt. Ergänzt um tief erschreckende Abläufe mit verheerenden Folgen. Dies zum Leidwesen von Steffen, dem Protagonisten. Der Autor lässt seinen Hauptcharakter samt Umwelt spürbar lebendig werden, das Nachempfinden stellte für mich als Frau kein Hindernis dar. Denn es sei hier sehr wohl angemerkt, dass dieses Buch mehr nach männlicher Denkweise ausgerichtet ist. Trotz allem war ich so tief an manchen Stellen versunken, dass ich kaum merkte, wie schnell die Zeit verflog. Meine Nerven waren oft zum zerreißen gespannt, dass ich kaum zu Atmen wagte. Der Beweis dafür, dass „Aller Sünden Tod“ auch unglaublich gut verfassst wurde. Der Text ist schnittig und verständlich geschrieben, leicht und unkompliziert, aber auch sehr gefühlsintensiv. Gleich zu Beginn hatte ich die Stimme vom Sprecher Roman Knižka im Kopf. Er hat diese bestimmte Art etwas „zu erzählen“, die ich so sehr an ihm mag. Und genau in dieser Art empfand ich den Text. (Wer mal rein hören möchte, gehört bei Cassia und Ky).

Also zusammengefasst haben wir eine geniale Geschichte, einen faszinierenden Erzählstil, tiefgründige Charaktere – und ein atemberaubender Debütroman ist das Ergebnis. Spannend bis zum Ende, so was von aufregend. Glückwunsch Herr Fröhlich, das haben Sie gut gemacht. Hiermit bekenne ich mich offiziell als ihr (vielleicht erster?) Fan! Ich bin gespannt, was Julian Fröhlich uns als nächstes präsentieren wird. :-)

Story 4/5   Schreibstil 5/5

 

Vielen Dank dem Verlag Aretz, für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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