Rezension: Im Zeichen von Licht und Schatten

Im Zeichen von Licht und Schatten

 

Autor: Heike Rissel
Verlag: Buchverlag scholz
Genre: Fantasy
Erschienen: Jun. 2012
Seiten: 700
Format: Taschenbuch

 

Inhalt: Raffael McConnor ist der Anführer der Lichtkrieger, einem sonnenresistenten Zweig von Vampiren. Auf der Suche nach der für ihn vorbestimmten Auserwählten, die seine Vormachtstellung festigen soll, lernt er die Verlegerin Kate Neyron kennen. In ihr glaubt Raffael, seine Seelengefährtin gefunden zu haben. Aufgrund eines unglücklichen Zufalls trifft Kate auf den eiskalten Dexter, der ein Anführer der Schattenkrieger und ärgster Widersacher Raffaels ist. Der Schattenfürst hofft durch eine Verbindung zwischen sich und der jungen Auserwählten, Raffael zu stürzen und sich selbst an die Spitze einer vereinten Vampirnation zu setzen.

Bewertung

Endlich mal wieder ein vernünftiger Vampirroman! Es ist definitiv nicht einfach, nach Twilight noch die große Fangemeinde zu beeindrucken. Aber mit dem Roman „Im Zeichen von Licht und Schatten“ hat die Autorin Heike Rissel eine gelungene, eigenständige Geschichte geschaffen. Kate (Pendant zu Bella), trifft im Urlaub auf den rätselhaften wie charmanten Raffael (liebestrunkener Vampir). Zwei Dinge haben mich zu Beginn etwas verwirrt. Erstens kommt Kate wie eine Heranwachsende rüber, obwohl sie Anfang dreißig ist. Und zweitens, fand ich es ein Tick zu überhaspelt, wie die Beiden sich näher kommen und auch bereits sehr vertraut miteinander umgingen. Überaus positiv war mir jedoch die elegante und gepflegte Wortwahl, das hat mir gut gefallen. Kate weiß natürlich nichts von Raffaels Unsterblichkeit. Für ihn hingegen ist Kate die bestimmte Eine. Er versucht alles, um sie für sich zu gewinnen und natürlich auch ihr sein wahres Wesen zu offenbaren. Erst hat Kate selbstverständlich Schwierigkeiten damit, hinterfragt viel und lässt sich nicht gern Dinge vorschreiben, sie wehrt sich gegen vieles. Das zeigt ihre Charakterstärke. Aber mit der Zeit gewöhnt sie sich dran und akzeptiert auch irgendwann zum Ende hin ihr Schicksal. In den immerwährenden Krieg zwischen Licht- und Schattenkriegern wird auch Kate hineingezogen. Sie weiß noch nicht so recht, wo sie steht und was eigentlich ihre Aufgabe ist. Niemand erklärt es ihr wirklich. Daher auch nicht verwunderlich, dass sie sich oft in Schwierigkeiten bringt. Obwohl es eine spannende und attraktive Story ist, wurden manche Dinge jedoch weitschweifend und hinreichend lang erläutert. Das unterbrach oft den Lesefluss. Aber wirklich beeindruckend und was immer wieder auffällt, ist tatsächlich der gehobene Schreibstil mit einfallsreich kombinierten Satzbau.

Ohne jegliche Frage zaubert die Autorin durch ihren lebendigen und greifbaren Stil bewegende Bilder in den Kopf. Schmecken, riechen, fühlen, alle Sinnesempfindungen dabei. Dadurch bekamen ihre Charaktere einen tiefgehenden Schliff und es war, als ob ich sie persönlich kennen würde. Sie hat einfach allen ihren Figuren so ein perfektes Leben eingehaucht, so wundschön die Landschaft und Umgebung wiedergegeben, dass man sich pudelwohl in ihrer Welt fühlt und völlig abtauchen und abschalten kann. Auch wenn einige Dialoge oder Überlegungen sich wiederholen, so ist es doch ein durchaus gutes Buch geworden. Für Fans von Vampiren unbedingt empfehlenswert. Auch für Nichtfans eine abwechslungsreicher, intensiver Fantasieroman.

Story 4/5   Schreibstil 4/5

 

Reihenfolge:
Band 1: Zeichen von Licht und Schatten
Band 2: Im Zeichen von Licht und Schatten II – Schattenzeichen

Ein riesen Dankeschön an die Autorin Heike Rissel, dass sie so freundlich war, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. 

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