Rezension: Die Bucht

Die Bucht

 

 

Autor: Sarah Alderson · Verlag: Ravensburger Buchverlag

Genre: Jugendliteratur · Erschienen: Feb. 2015

Seiten: 384 · Ausgabe: Taschenbuch

 

 

 

Inhalt: Alles wirkt perfekt: Ren verbringt den Sommer als Au-pair bei einer supernetten Familie auf Nantucket – DER Insel für die Reichen und Schönen. Sie wird gleich in die Clique des attraktiven Sonnyboys Jeremy aufgenommen und ist fasziniert vom düsteren Charme des melancholischen Jesse. Aber etwas Beunruhigendes schwebt über der Insel: Warum sind Jesse und Jeremy verfeindet? Was geschah im letzten Sommer? Die Fragen nach der Vergangenheit erweisen sich als lebensgefährlich

Bewertung

Nanu, was ist passiert? Dieses Buch klingt so gar nicht nach der mir bekannten Sarah Alderson. Während ich die Lila Reihe regelrecht eingeatmet habe, kostete es mich bei diesem so einiges an Überwindung. Eigenartiger Schreibstil, eigenartige Geschichte. Bei „der Bucht“ handelt es sich um ein Kindermädchen namens Ren. Sie ist weit weg von zu Hause und arbeitet nun auf Nantucket bei dem Ehepaar Tripps und dessen kleine Tochter Brodie. Kaum angekommen erfährt sie auch schon von dem Mörder, der es auf junge Kindermädchen abgesehen hat. Klar, dass Ren da jetzt jeden in Verdacht hat, sie kennt schließlich niemanden dort. Doch schnell freundet sie sich mit Jeremy an, einer der coolen Kids. Er ist höflich, charmant, gut aussehend und seine Eltern haben Geld. Und fast im gleichen Atemzug lernt sie Jesse kennen, den irgendwie alle ihrer neuen Freunde meiden. Doof nur, dass er ein ziemliches Sahneschnittchen ist und Ren sich sehr zu ihn hingezogen fühlt. Dabei merkt sie kaum, dass er eigentlich einer der lieben Jungs ist, und Jeremy … nun ja, eben fast alles für Ren tut, um sie für sich zu gewinnen. Er schleicht sich auch ständig in ihren Gedanken, auch wenn sie mit Jesse Zeit verbringt. Aber es kommt alle ganz anders, wie es den Anschein hat. Ich wäre nie im Leben auf dieses hinterhältige, perfide Spiel gekommen, welches die Jungs da ausgeheckt haben. Abartig, kann ich nur sagen. Auch der Kindermädchenmörder blieb mir bis zum Schluss verborgen.

„Die Bucht“ liest sich wie ein ausgeknatschter Kaugummi. Vieles hört sich einfach nur erklärt an. Ein verwirrender Inhalt und langweiliger Text setzten dem Ganzen die Krone auf. Ich bin echt enttäuscht! Mega enttäuscht! Auch emotional konnte ich dem kaum etwas abgewinnen, viel zu kalt und stumpf. Die wenigen Szenen mit Jesse, die zumindest für ein wenig Licht und Wärme in diesem Buch sorgten, waren das Beste. Hier hat Sarah Alderson nämlich hin und wieder zu ihrem gewohnten Stil zurück gefunden. Hinzu kommt, dass die Charaktere Ren und Jesse sehr gut skizziert wurden. Sie haben Tiefe, gute Eigenschaften und beide sehr sympathisch. Sie lässt sich nichts einreden und versteht den ganzen Trouble um Jesse überhaupt nicht. Und trotz der Gefahr, die scheinbar von ihm auszugehen scheint, schaut sie hinter seine Fassade. Das hat mir an Ren am meisten gefallen, ihre unbesiegbare Entschlossenheit.

Schade, dass „Die Bucht“ mich nicht begeistern konnte. Sie kann das wirklich viel besser. Wer die anderen Bücher von Sarah nicht kennt, sollte sich nicht von diesem abschrecken lassen. Die Lila Reihe (unter der Kategorie Sarah Alderson zu finden) ist wirklich sehr schön geschrieben, ich mag die Bücher sehr. Ich wünsche mir, dass eines ihrer nächsten Bücher wieder mehr Stil hat und ich mich wieder darin verlieren kann.

Story 2/5     Schreibstil 2/5

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