Rezension: Schattenpriester

Schattenpriester – Das Opfer der Göttin

 

Autor: Angela Aiden
Verlag: Lyx.digital
Genre: Fantasy
Erschienen: Okt. 2016
Seiten: 450
Ausgabe: eBook

 

 

Inhalt: Als Priester eines unsterblichen Schattenvolkes ist es Levions Pflicht, zu Ehren seiner Göttin Frauen die Unschuld zu rauben. Als ihm dafür jedoch die schöne Mira zugeführt wird, die sich nicht in ihr Schicksal fügen will, kommt seine Ergebenheit gegenüber der Göttin ins Wanken. Die Leidenschaft, die zwischen ihm und Mira aufflammt, zeigt ihm, wonach er sich ein Leben lang gesehnt hat. Doch gerade jetzt ist sein unbeirrbarer Glaube nötig, denn es erheben sich dunkle Mächte und drohen, die Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern. Wird es ihm gelingen, die Frau, die er liebt, vor diesen zu beschützen?

Bewertung

Mein erster Gedanke, als ich das Cover sah und den Klappentext las, war, dass sich da wohl jemand an »Die Herren der Unterwelt« orientiert, nach der ich natürlich völlig verrückt und süchtig bin. Daher war dieses Buch ein MUSS für mich und ich war überrascht, wie nahe es dem doch kam.

In »Schattenpriester« handelt es sich um Levion, ein Kriegerpriester der Pflichten zu erfüllen hat und für Recht und Ordnung sorgt. Mit dabei immer sein geliebtes Katana, eine Waffe, mit der umzugehen weiß. Er ist nicht gerade gesprächig, aber durch die tiefen Einblicke der Autorin erfahren wir einiges aus seiner Gedankenwelt. Manchmal kann er einem Angst machen, da er so ungeheuer stark, hart und gut aussehend ist. Er ist kräftig, gut trainiert und aufs Wesentliche konzentriert. Er hat besondere Kräfte, mit deren Hilfe er sein Amt gerecht ausführen kann. Dann haben wir Mira, eine freche, zurückhaltende, junge Jungfrau. Jungfrau muss sie sein, denn nur so kann Levion seine Pflicht erfüllen. Mira wurde gegen ihren Willen und durch Manipulation Levion als Opfergabe dargebracht. Sie hört nur Schlimmes über den Krieger, der so barbarisch und gewalttätig sein soll, dass sie sich damit fast in den Wahnsinn treibt. Als es denn endlich so weit ist, kommt alles ganz anders, als sie sich ausgemalt hatte. Und das war echt spannend!

Vieles hatte ich so nicht erwartet, hat mich überrumpelt, mich schneller atmen lassen. Die Beziehung der beiden ist anfangs fraglich, launisch und auch witzig. Levion tastet sich langsam an die total verängstigte Mira ran, teilweise klappt das nur durch Schockerlebnisse. Sie fängt nach und nach an, ihm zu vertrauen, und auch Levion öffnet sich ihr. Dann stehen sie plötzlich ungeahnten Problemen gegenüber. Gemeinsam treten sie dagegen an und bilden eine Einheit. Ihre Stärke ist faszinierend, sie lernen, sich auf den anderen zu verlassen. Das hat die Autorin sehr geschickt hinbekommen. Im Allgemeinen hat sie einen sehr schönen und lebendigen Erzählstil, der zum Abtauchen einlädt. Ich war in einer anderen Welt gefangen, die mich leitete und beeindruckte. Es gab nur eine Sache, dich mich dabei völlig verstörte. Warum musste es in »dieser anderen Welt« Handys geben??? Das passte überhaupt nicht rein. Ich war irgendwie in einer ganz anderen Zeit, weit weg von der heutigen Zivilisation. Das störte den Fluss massiv! Auch wenn Angela Aiden sehr gut mit Worten umzugehen weiß, Spannung erzeugen kann, die Idee gut ausbaut und die Charaktere detailliert und tief dargestellt hat, so reicht es dennoch nicht an die volle Punktzahl heran. Manche Textstellen fand ich zu schnell abgearbeitet, wo ich mir einfach mehr Handlung gewünscht hätte. Auf der anderen Seite gab es zu viele Verstrickungen. Auch von der gefühlvollen Seite her hat mir etwas gefehlt. Natürlich geht es hierbei auch um Gefühle und Erotik, aber es war eben nicht ausreichend, viel zu, ich sag es mal vorsichtig, »oberflächlich« abgehandelt.

Es ist das Debüt einer jungen Autorin und dafür ist ihr erster Roman sehr gut gelungen. Sie kann zumindest schreiben und den Leser mitreißen, was schon eine Kunst für sich ist. Bin gespannt, wie sie sich weiter entwickeln wird. 

Story 4/5   Schreibstil 4/5

 

Herzlichen Dank Angela Aiden und dem Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar.