Rezension: Abendsonne

Geschichten der Jahreszeiten – 2. Buch
Abendsonne. Die Auserwählte der Jahreszeiten

 

 

Autor: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen
Genre: Fantasy
Erschienen: Jul. 2015
Seiten: 288
Ausgabe: Taschenbuch

 

 

Inhalt: Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört Daliah eigentlich aufs Feld. Dort pflückt sie von klein auf Lavendelblüten und unterstützt ihre Familie. Doch dann wird sie von Göttin Gaia dazu auserkoren, ihre vier Söhne kennenzulernen. Für einen von ihnen muss sie sich entscheiden und sich hundert Jahre an ihn binden. Auf wen wird ihre Wahl fallen? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter?

Bewertung

Lange nach Maya Morgentau handelt diese Geschichte. Wieder kommt die Göttin auf Erden, um eine Frau für ihre Söhne zu ermitteln. Aber kurz nach ihrer Ankunft flieht die Auserwählte schon, und zwar zurück. (Klingelt da was bei euch? Der Ablauf wiederholt sich!) Natürlich reist ihr auch einer der Brüder hinterher und nun plötzlich auf der Erde, muss er sich dem Leben anpassen und zudem arbeiten wie jeder andere Mensch auch. Die Wendung, die diese Geschichte nimmt, gefällt mir überhaupt nicht. Die Autorin reißt die sympathischen Brüder, die Band 1 für mich ausmachten, willkürlich auseinander. Und wieder lässt sie die Auserwählte jahrelang warten und schert sich nicht um ihr Leid. Also das passt irgendwie nicht so recht zu einer Göttin. Schon im ersten Band fand ich das eine Jahr Wartezeit extrem lang, aber nun sind es gleich mehrere Jahre. Und was sie Dahlia Abendsonne damit antut, ist einfach grausam und erschreckend. Wahrscheinlich bin ich nicht die Erste, die das so sieht, denn der Rezensionsfluss ist gegenüber dem zweiten Buch drastisch gesunken. Was ebenfalls daran liegen könnte, und sehr auffällig ist, sind Textstellen, die für mich unstimmig sind … nicht so richtig nachvollziehbar. Auf der Gefühlsebene liegt dieser Teil ebenfalls weit hinter dem Ersten zurück. Ich gebe zu, dass auch hier Tränen geflossen sind, aber leider wegen Gaias Grausamkeit. Dieses Buch hat mich enttäuscht, glänzt kaum mit neuen Ideen und ist im Allgemeinen etwas zu kaltherzig, Gefühle kratzen hier nur an der Oberfläche. Wer hier etwas richtig Tiefsinniges sucht, ist mit diesem Buch falsch beraten. Ich hatte auch den Eindruck, dass alles irgendwie schnell gehen musste und die Autorin nicht wirklich tiefer in die Materie eindringen konnte. Störend war zudem, dass sich viele Abläufe wiederholten. Das Buch ist weit weniger hervorragend wie der erste Teil, aber immerhin gut formuliert. Das mag auch schon etwas bedeuten. Ich denke, für mich hat sich diese Reihe mit diesem Teil erledigt.

Story 2/5   Schreibstil 3/5  

 

Reihenfolge „Geschichten der Jahreszeiten“
Buch 1: Morgentau. Die Auserwählte der Jahreszeiten
Buch 2: Abendsonne. Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
Buch 3: Nachtblüte. Die Erbin der Jahreszeiten
Buch 4: Tagwind. Der Bewahrer der Jahreszeiten

Rezension: Morgentau

Geschichten der Jahreszeiten – 1. Buch
Morgentau. Die Auserwählte der Jahreszeiten

 

 

Autor: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen
Genre: Fantasy
Erschienen: Mrz. 2014
Seiten: 272
Ausgabe: Taschenbuch

 

 

Inhalt: Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

Bewertung

Ich kann hier vielen Rezensenten einfach nur zustimmen… Rotz und Wasser, Rotz und Wasser. Habe meinen Gefühlen freien Lauf gelassen, da ich von einer lieben Freundin (das Buch war ein Geschenk von ihr) bereits vorgewarnt wurde. Und während ich gerade diese Zeilen verfasse, verspüre ich den gewaltigen Drang, „Morgentau“ nochmals zu lesen. Und ich möchte allen, die es noch nicht kennen, dringend ans Herz legen, nehmt euch für dieses Buch Zeit, verkriecht euch in eure Lieblingsecke, am besten mit einer Packung Taschentücher. Denn ich schwöre, fangt ihr einmal an, wollt ihr nicht mehr aufhören. Und wenn man dann an der letzten Seite angekommen ist, steht man wie unter Schock. Man möchte einfach nicht wahr haben, dass es nun zu Ende ist. „Morgentau“ lässt einem einfach das Herz stocken! So etwas habe ich noch nie in meinen vielen Jahren als Rezensentin gelesen. Es hat mich tief in meinem Herzen berührt, hat meine Gefühle völlig auf den Kopf gestellt. Es ist für mich ein absolutes Wunder, wie man nur mit den richtigen Worten, in perfekter Harmonie, einen Menschen so wahnsinnig beeinflussen kann.

Maya Jasmine Morgentau ist eine der glücklichen Auserwählten, die für ein Jahrhundert an der Seite eines Gottes Leben darf. Nur an wessen Seite? Alle vier Jahreszeiten, und damit sind wirklich die Jahreszeiten gemeint, die die vier Söhne von Gaia darstellen, ziehen sie auf verschiedene Arten an. Selbst der Winter, der scheinbar kein Interesse an Maya zu haben scheint, zieht sie irgendwie an, anders an. Nevis verkörpert nicht nur den Winter, auch seine Stimmung wirkt jedes Mal eisig. Nur gut das Maya sich mit dem Herbst, Jesien, sehr gut versteht und ihr so gut wie es eben möglich ist zur Seite steht. Aber wird sie ihn auch wählen? Mädels, die Wahl ist das Verhängnis! Und dann geht es los, die Tränen laufen unaufhaltsam. Ich schreibe lieber nichts mehr zum Inhalt, da es besser ist, es im Ganzen zu sehen. Zudem möchte ich nichts vorweg nehmen, es wäre einfach zu schade.

Die Story ist einfach der Hammer! Es ist meine erste Geschichte, in der es um rund um die Jahreszeiten geht, mit viel Gefühl und einer wahnsinnig irrsinnigen Liebesgeschichte. Auf solche außergewöhnliche Idee muss man erst mal kommen, Hut ab Jennifer Wolf. Dazu hat sie eine völlig neue Welt erschaffen, in der es teils magisch zugeht, teils aber auch den Gesetzen der Natur folgt und nicht geändert werden kann. Sie hat mit ihren detaillierten Beschreibungen wahrhaftig bewegende Bilder vor dem inneren Auge entstehen lassen. Alles genau in der richtigen Dosis, es hat einwandfrei zusammen gepasst. Nur der Einstieg kam etwas leicht daher, im Vergleich zum Rest des Textes. Ansonsten sehr rasantes und flüssiges Schreiben. Dazu ist es eins der besten Bücher, das sprachlich gesehen einfach ein Traum ist; es hat mir die Sinne vernebelt. Dieses Buch hat mich auch ebenso sprachlos gemacht. Das Ende kam viel zu schnell, während ich mit meinen Gedanken noch im Buch feststeckte. Es war, als hätte jemand ein Band durchtrennt, einfach so. Wie gesagt, einmal darin verschwunden, taucht man nicht mehr so schnell daraus hervor. Wie auch? Jennifer Wolf hat auch ihren Charakteren ein besonderes Leben eingehaucht, natürlich passend zur Jahreszeit. Dementsprechend unterscheiden sie sich auch in ihrer Attraktivität. Blond und braun gebrannt, eben typisch Sunnyboy, oder doch lieber hell mit weißen Harren, Typ Jack Frost? Lest selbst und lasst euch von Jennifer in eine märchenhafte Welt entführen, voller Emotionen und weitreichenden Entscheidungen, Gutmütigkeit und wahren Freunden. ♥

Story 5/5   Schreibstil 5/5  

 

Reihenfolge „Geschichten der Jahreszeiten“
Buch 1: Morgentau. Die Auserwählte der Jahreszeiten
Buch 2: Abendsonne. Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
Buch 3: Nachtblüte. Die Erbin der Jahreszeiten
Buch 4: Tagwind. Der Bewahrer der Jahreszeiten