Rezension: Martyr Art

Martyr Art

Elfen-Trilogie 1

 

Autor: Judith Laverna · Verlag: CreateSpace · Genre: Fantasy
Erschienen: Dez. 2015 · Seiten: 678 · Format: Taschenbuch
Reihe: Elfen-Trilogie

 

Inhalt: Eine Elfe. Ihr Vater. Ein König. Eine Welt alter Geheimnisse. Wärst du bereit, den Preis für deine Überzeugungen zu zahlen? Wenn der gefährlichste Mann der Welt, deine Liebe, dein größter Feind wird? Die junge Elfenkriegerin Ayleen wächst in den Wäldern hoch im Norden auf. Zwar gehört sie einer alten Adelsfamilie an, doch die Welt des Regierens zieht sie nicht im Geringsten an – sondern die Rettung ihres Volkes und seiner Kultur ist alles, wonach sie strebt. Sie verfügt über ungewöhnliche Fähigkeiten, doch niemand gibt ihr etwas über ihre wahre Herkunft und Bestimmung preis. Sie muss bald nicht nur gegen ihren eigenen Vater, sondern auch gegen zahlreiche innere Feinde, die das Reich der Elfen zu zerstören trachten, kämpfen. Als Einzelgängerin geboren, findet sie plötzlich etwas, das sie nie gekannt hat – Liebe. Obwohl sie glaubte, vom Schicksal für den Kampf um ihre Welt erwählt worden zu sein, versinkt sie auf der verzweifelten Suche nach Sinn immer weiter in verborgene Welten. Nur ihr Vater scheint den Grund für alles, was geschieht, wirklich zu kennen, und Ayleen weiß nie, welche Rolle sie in seinem Plan spielt. Aber bald dämmert eine Gefahr am Horizont, die weitaus größer ist, als alles, was sie kennt: Immer näher rückt eine alte Macht, eine totgeglaubte Gefahr… ein vor langer Zeit verbannter Verräter und König, dem sie irgendwann begegnen muss.

Bewertung

Bücher über Elfen und Alben gibt es einfach noch zu wenige auf dem Markt, finde ich. Mit „Martyr Art“ konnte ich mal wieder nach langer Zeit ein gutes Elfen-Buch lesen. Protagonistin ist die junge, naive Elfe Ayleen, die eine hervorragende Kämpferin ist und eine sehr innige Liebe zu ihrem Vater hegt. Leider wird auch schnell klar, dass diese nicht wie gewünscht erwidert wird. Das beschäftigt sie ins unermessliche, und mich ebenfalls. Warum nur ist ihr Vater so erbarmungslos ihr gegenüber? Ayleen sagt immer was sie denkt und bietet der Königin und dessen Gefolge mit dieser Eigenschaft oft die Stirn. Daher ist sie nicht gerade beliebt bei ihrem Volk und wird zudem auch noch oft verspottet. Sie erhält auch nicht immer die Informationen die sie braucht, um zum Beispiel ihre Herkunft zu klären. Gerade von  Veloron, der seiner Tochter gegenüber meist sehr kalt und gefühllos ist, bekommt sie keine Antwort heraus. Sie beschließt, eine Uralte Stadt der Alben, ihrer Abstammung, zu bereisen. Gemeinsam mit Viktor, der ihr ein wahrer Freund ist, gräbt sie auf ihrer Reise tiefe Geheimnisse aus. Ihr gesamtes Weltbild gerät aus den Fugen. Und wer ist sie wirklich?

Das ist das Spannendste an diesem Buch. Wer ist Ayleen wirklich!?! Fast das komplette Buch ist so aufgebaut, dass es nur auf diese eine Frage hinaus läuft. Und die ist auch wirklich nicht so einfach zu beantworten. Bereits vom Kleinkindalter an zeichnen sich bei Ayleen besondere Eigenschaften ab, die aus ihr das schwarze Schaf der Herde machen. Ohne Freunde und ohne Mutter (vom Verbleib der Mutter erfahren wir nur sehr wenig) lebt sie etwas abseits der Stadt mit ihrem widerwilligen Vater. Die Konflikte, die sich deshalb immer wieder ergeben, wurden klar, ausführlich und verständlich dargestellt. Für mich waren diese Zwistigkeiten das Aufregendste an diesem Buch. Die beiden Figuren, Veloron und Tochter, haben stark, voneinander unterschiedliche, Charaktere. Das hat die Autorin Judith Laverna wirklich klasse skizziert. Ich finde nämlich, dass dies eine außerordentliche Geschicklichkeit bedarf, um es so zu gestalten. Also ein verdienter dicker Pluspunkt! Judith Laverna hat zudem für ihren Roman eine eigene Welt konstruiert, die atmet und lebt. Ich konnte die Blumen auf der Wiese, und ebenso den Schweiß der Kämpfer riechen. Der lebhafte Erzählstil, in vielen bunten Facetten beschrieben, jagt einem des Öfteren Gänsehaut über den Körper. Manchmal war ich so vertieft, das ich vor Aufregung die Luft anhielt und praktisch mit Aylin mit fieberte. Wirklich bemerkenswert ist auch die von der Autorin selbst erfundene Elfensprache! Das muss man erstmal wirken lassen… Das ist einzigartig in meiner gesamten Zeit als Bloggerin! Und am Ende vom Buch befindet sich sogar eine Übersetzung. Einfach Wahnsinn! Das ist echt ´ne Leistung … Hut ab! Was mich jedoch schon sehr abgelenkt hat beim Lesen, war, dass einzelne Geschehnisse einfach zu ausführlich und langatmig erzählt wurden. Auf der einen Seite schön und gut, weil man eben wirklich alles versteht und nachvollziehen kann. Aber auf der anderen Seite hat es mir zu lange gedauert, bis endlich wieder ein neuer Abschnitt begann.

„Martyr Art“ ist ein wunderbarer Anfang einer Trilogie, in der Elfen im Mittelpunkt stehen. Hauptmerkmale wie Politik, Macht, Intrigen, Mord, Geheimnisse und eine extrem willensstarke Elfe begleiten uns auf einer Reise durch eine unglaubliche Geschichte. Der Lesefluss ist angenehmen, weder zu leicht, noch zu anspruchsvoll. Mir hat Band 1 der Elfen-Trilogie sehr gut gefallen. Ich bin sehr auf die Folgebände gespannt, die ich mir auf jeden Fall zulegen werde. Ich muss unbedingt wissen, wer nun Ayleen wirklich ist und was weiter passiert!

Story 4/5   Schreibstil 4/5

 

Reihenfolge:
Elfen-Trilogie 1 – Martyr Art
Elfen-Trilogie 2 – ???